Der seelische Niedergang seit der BIG25

Was bisher geschah: Unser Parkläufer kämpft sich trotz einer Knieverletzung langsam aber sicher zurück ins Sportler Leben. Der Umstieg auf das Trithlontraining hat eine Traingskontinuität ermöglicht und ihn vor eventuellen laufentzugsbedingten Depressionen bewahrt. Die Ergebnisse der ersten Wettkämpfe waren nicht überragend aber auch nicht katatstrophal, auf jeden Fall genug um langsam von mehr zu träumen. Die Abende verbringt unser möchtegern Rocker in Clubs und frönt dem Hefegetränk, dass so schön prickelt in Ihrem Bauchnabel. So fand er auch in seinem Privatleben kürzlich neue Herausforderungen und an der beruflichen Front winkt auch eine neue Aufgabe. Alles gut möchte man meinen, aber für unseren semi professionellen Narzissten nicht gut genug, so konnte es also nur schlimmer werden …

Frau Doktor war für zwei Wochen weg, sie hat da noch Verpflichtungen aus Ihrem letzten Kapitel. Sie muss jetzt eine Expedition machen. Dagegen ist ja nix einzuwenden und ich finds ja auch toll wenn Frau Doktor sich dem Weltfreieden oder auch der Population der Wüstenfüchse in der weissen Wüste widmet, jedoch muss das doch nicht zusammen mit Schleimschlitzohr Herr Kurzacker sein… Ihr EX Freund aus Studienzeiten, und ich habe auch keine Lust, dass Sie mir dann wieder die Mails vom einem hormongetriebenen marrokanischen Expeditionsleiter auf Brautschau zeigt… Brauchen intelligente Frauen das wirklich? Gibt es da wirklich keinen Unterschied in unserem geschlechtlichem Bestätigungsverhalten? Mein nächster Marathon ist dann Bangkog, mit nem kleinem Abstecher nach Phuket… Dann krieg ich dann auch Liebesmails: „Dear Milosz, i miss u very much. My Mother is very ill, please send money for hospital. Btw I have good news for you, I am pregnant…”
Alleingelassen mit diesem Film vor Augen, habe ich mich also wieder aufs Training focussiert. Fahrtspiel, Tempolauf, Intervalle die endlich auf mehr zu hoffen liessen. Ich war zwar durchgängig müde, hab dann also zwei Tage getapert und einen Tag vor der BIG25 starte ich doch positiv gestimmt eine kleine Umfrage auf Facebook, was ich wohl laufen werde auf der HM Distanz.
Bestzeit ist bei 1h29, vor 5 Wochen bin ich ganz locker ne 1h38 gelaufen. Intern rechne ich also mit ner 1h32-1h34. Hole am Tag zuvor noch die Startnummer für Running Twin Marek ab, und treff mich morgens vor dem Olympiastadion zur Übergabe. Zur halben Aspirin amMorgen noch 2 Voltaren wegen dem Knie schlucken, Umziehen, Einlaufen, Brustgurtvergessen, zurück und im Startblock Gerald getroffen. Am Tag zuvor haben wir gesagt mit 4:30 angehen und sehen was kommt. So passiert es auch, der erste KM wird exakt bei 4:30 passiert. Bei km 2 treffe ich Marco Ast, er tippt heute auf ne 1:30 für mich, und Kumpel Erik Jahn greift heute die BZ auf den HM an, die liegt zur Zeit bei 1:38. Ich war ja beim Berliner Halbmarathon 10 sec schneller als die beiden, wo sie Ihre BZ gelaufen sind. Und damals empfand ich den Lauf als harte Traingseinheit. Es geht 2 km leicht bergab, ich lass laufen und bin bei ner Pace von 4:10. Ich achte aber schön auf mein Puls, so dass ich nicht in den kritischen Bereich über 175 komme. Ich überhol Erik und hab aber Gerald verloren. Nach dem leichten Abstieg ab km 5 geh ich wieder auf eine 4:30 pace zurück. Noch fühl ich mich super!

ABER DANN! Ab km 8 krampft bei jedem Schritt irgendwo der rechte Gesäßmuskel, ab km 10 war dann das ganze rechte Bein zu, als ob alle Energie abezogen worden wäre. Totes Fleisch quasi. Ab km 11 kam noch der untere Rückenmuskel dazu. Hier überholt mich jetzt Erik wieder. Nach dem Lauf im Tegeler Forst, wo ich über meine Schnürsenkel gestolpert bin, lässt er mich schon wieder stehen. Ich klage ihm mein Leid mit den Krämpfen und gestehe mit Krokodilstränen, dass ich wahrscheinlich am KuDamm bei der Ubahn aussteigen werde.
Nicht nur dass ich Krämpfe habe, aber irgendwie kriege ich nicht richtig Luft, wie ein Staubsauger der ein Loch im Schlauch hat und nicht richtig Leistung entwickelt. Ich fühle mich sooowas von total scheisse. Das rechte Bein zu, das linke fühlt sich aber noch taufrisch an. Was für eine Diskrepanz!
Ich bin mental am Boden und trabe ein bisschen weiter und will aussteigen, aber die Mitläufer und Zuschauer am Kudamm animieren mich zum weitermachen. Der Applaus als auch auch die mitleidigen Blicke aktivieren meinen Stolz und dann hab ich mich dann an auch diesen hammergeilen Zieleinlauf im Olympiastadion erinnert. So schleppe ich mich dann doch halb trabend und halb gehend langsam Richtung Ziel. Bei km 16 überholt mich Marek, der die volle 25 in einer 1h39:09 (sub 4:00 Pace!) gelaufen ist. Er ist zur Zeit in der Form seines Lebens! Ich versuche ein paar Meter mitzuhalten aber es ist hier noch aussichtslos. Erst bei km 18 kommmen dann die Kräfte wieder und ich kann wieder normal laufen. Die Uhr bleibt dann offiziell bei 1:44:11 stehen.
Im Zielbereich höre ich nur von neuen Betzeiten und bin innerlich am Boden zertört. Irgendwie ist mir nach weinen zu Mute und ich schäme mich ein bisschen für mein großes Maul im Vorfeld. Von wegen 1:34 ist locker drin. Ja, ich hab durchgehalten und hab nicht abgebrochen, aber mit dieser Zeit wär ich lieber zu Hause im Bett geblieben, so wie ich es an einem Morgen vor dem Wettkampf eigentlich immer will.
Die restliche Woche konnte ich mich kaum zum Training motivieren und hab mir dann eine Regenerationswoche verschrieben, um das ganze verarbeiten zu können.
Und auch dieses Minimaltraining habe ich schwerlich einhalten können. Eine geplante Ausfahrt habe ich auf die Rolle verlagert und bin konnte nicht mal die vollen 40 km fahren und ha nach 30km abgebrochen wegen Unlust und Müdigkeit. Geschwommen bin ich in der Oma und Kinderbahn.

ANALYSE:
Nach nun 10 Tagen wo ich verarbeiten konnte, ist auch Frau Doktor wieder da und alles ist fast wieder so wie es vorher war, naja … gestern hatte ich noch einen glimpflich abgelaufenen Motorradunfall, der mich dann wohl doppelt geerdet hat.
Aber summa summarum habe ich wohl die Erfahrung gemacht, dass mentale Fitness ebenso entscheidend ist wie die körperliche. Wenn Du was anderes im Kopf hast und das Kein Bock Gefühl sich tiefer und vor allem substantiell eingräbt, da muss man loslassen. Ja da muss man sich wohl mal wieder mit seinem besten Freund treffen, nen Kasten vernichten, viel lachen und sich wieder auf das wichtige im Leben konzentrieren. Manche gehen auch zum Mentalcoach oder Psychiater.
Auf der anderen Seite, klar habe ich auch in der Zeit unstrukturiert trainiert, bin vielleicht zu schnell angegangen und die Voltaren vorm Lauf sind auch ungünstig und es waren bestimmt auch zu viele Tempoeinhieten in der Woche vor dem Lauf.

Aber als Essenz nehme ich folgendes mit:
Wenn Deine Seeele zurückschaut, dann kann der Körper auch nicht wirklich nach vorne laufen.

Tja wieder was gelernt!

Über Schnürsenkel am Treppchen vorbeigestolpert

Morgens 7:45 irgendwo in Deutschland. Frau Doktor streicht mir sanft aber bestimmt durchs Haar. Ich lege einen mitleidsvollen Blick auf, ich will heute nicht, ich bleib heute im Bett, ich will weiterschlafen. Aber sie bleibt gnadenlos! Du hast schon das Startgeld bezahlt, und gestern hast Du auch schon nichts gemacht! Ja, gestern hatte ich ja auch noch weniger Schlaf als heute. In den letzten 3 Tagen nicht ganz 10h, das macht im Schnitt 3h pro Tag, und ich bin weiß Gott nicht Napoleon oder so. Und der musste ja auch nur Befehle geben, und nicht selber Laufen, höchstens Reiten, naja ok, musste ich auch….
Aber heute soll‘s doch regnen, ist mein letzter Versuch. Aber das Argument wird einfach ignoriert. Ist ja auch eines echten Läufers und baldigen Triathleten nicht würdig, und so hüpfe ich aus dem Bett und tue so, als ob ich nie so motiviert war wie heute. Vielleicht kann ich das Schlafdefizit ja mit meinem vermehrten Testosteronspiegel ausgeleichen. Zudem motiviert mich Frau Doktor ja seit einiger Zeit mit Ihrem unwiderstehlichem Charme das Rauchen endlich komplett einzustellen. Und erste Erfolge zeichnen sich langsam ab. Die Orgien und Feste haben sich ja schon seit ein paar Wochen im Zaum gehalten, sonst wäre es unmöglich gewesen Frau Doktors Intimdistanz zu überwinden. In der Summe bin ich also seelisch und körperlich ausgeglichen und da spricht eigentlich nichts dagegen heute den 35. Jedermannlauf mit lächerlichen 10km zu absolvieren. Die Strecke ist größtenteils aus dem letzten Jahr bekannt, Gerald hat sich gestern schon als Motivator angekündigt und da wir beide zurzeit die AK Wertung im Berlin Cup anführen, wird das bestimmt ein nettes Läufchen. (Allerdings nur weil wir bis jetzt alle Läufe gemacht haben, und die wirklich guten Läufer, ein bis zwei weniger haben)

Die Veranstaltung ist sehr nett gemacht und gehört fest in den Frühjahrskalender, und ich will eins der Highlights auf keinen Fall verpassen: Schmalzstullen! Jedes Jahr gibt es bei diesem Lauf des VFL Tegel sehr leckere Schmalzstullen. Das Starterfeld ist mit 142 Läufern beim 10km schön übersichtlich und von Gedränge kann nicht die Rede sein. Die Waldwege auf denen man in zwei Runden die Strecke absolviert sind breit und gut befestigt. Die Steigung in der Runde über 11 Meter ist verhältnismäßig lang gezogen so dass die nicht so in die Beine gehen wie zum Beispiel der Hügel beim Pankower Frühlingslauf letzte Woche. Ich hoffe also auf eine leicht bessere Pace als letzte Woche. So ne 4:15er Pace sollte heut drin sein.

Gerald ist mit seinen Söhnen angereist und sein großer hat schon den 5km Lauf mit fulminanter Leistung auf Platz 3 beendet. Ich treff beim Einlaufen meinen alten Vereinsfreund vor 20 Jahren Erik Jahn, der nach Jahren im Fußball und einem dort erlittenen Meniskusschaden wieder zum Laufen zurückgefunden hat, und auch Marko Ast zeigt sich auf der Strecke allerdings nur zum Training. Vor dem Start spricht mich noch eine Läuferin an mit der ich im letzten Jahr an der „Im Angesicht des Marathons“ Promoaktion im Rahmen des Berliner Marathons mitgemacht habe. Das war die Sache mit der Kamera auf dem Kopf. Sie hat die Kamera wohl nach 15km abgelegt und fand das alles nicht so toll, und dies und jenes…. Vor lauter Schnack habe ich dann vergessen meine Schuhe nochmal vernünftig zuzubinden und bin zum Start geeilt.

Der Start ist pünktlich um 10:00, die Strecke diesmal wieder die angestammte und ziemlich genau vermessen, zumindest laut meinem Forerunner. Ich geh recht zügig an und brems mich auf den ersten km ein bisschen, Gerald ist nicht weit von mir und schließt nach dem ersten km zu mir auf. Ich merk das ich mich heute ganz gut fühle und so laufen ich und Gerald die ersten km schön im Gleichschritt. Ich denke wow, heute könnte es ein spannendes Rennen zwischen uns werden, da ich bei jedem km eine kleine Reserve verspüre.

Aber dann ereilt mich das Pech, bei km 5 merke ich das mein rechter Schuh immer lockerer wird. Und kurze Zeit später ist der Schnürsenkel ganz auf. Ich muss stoppen, alles wieder festziehen, Schleife, Doppelknoten… bam 15 Sekunden weg und mein Kreislauf wundert sich mal ganz stark über den abrupten Abbruch und das Zusammenfallen des Lungenvolumens in der Bückhaltung. Gerald zwar noch in Sichtweite aber ich muss ihn ziehen lassen.

Als ich wieder Anlaufe meldet sich Erik von hinten, ich lass ihn an mich rankommen und wir laufen zusammen, aber auch dies bringt mir kein Glück, weil bei der nächsten kleinen Steigung sich der zweite Schuh meldet. Hier greif ich gleich ein, bevor der Senkel ganz aufgeht. Kurz runter und nur nochmal festziehen. Also jetzt auch Erik vor mir.

 

Km 5+6+7 sind also pacemäßig versaut, da ich sie 10 bis 15 Sekunden unter dem angepeilten Pace von 4:15 laufe.

Sowohl Gerald Gruppe als auch die in der ich mit Erik war sind noch in Sichtweite aber die vorhin erwähnte Reserve ist nicht mehr fühlbar. Ich bin aber wieder in einer so um die 4:19 unterwegs, was auch die Durchsschnittspace für den heutigen Lauf ergibt.. So geht es die letzten drei km bis zum Schluss. Und ich laufe mit einer offiziellen 43:17 ein. Mein Garmin hat beim ersten Halt die Autosstopfunktion ausgelöst und zeigt 43:03 an, so dass ich ziemlich genau weiß dass der erste Schnürsenkel 14 Sekunden gekostet hat.

Erik ist mit einer glatten 43:00 eingelaufen und Gerald mit einer 42:32 auf Platz 3 in der AK und damit wieder auf dem Treppchen. Ja das war im Bereich des machbaren.

War aber trotzdem ein schöner Lauf und wäre vielleicht noch ein schöner geworden, wenn ich nicht über meine Schnürsenkel gestolpert wäre. In dieser Woche kommen jetzt zwei Paar FLEXY LOCK LACES, elastische Schnürsenkel die ich für meinen ersten Triathlon brauche an. Sowas wird mir also nicht nochmal passieren!

Ich will doch endlich auch mal aufs Treppchen! :-D

 

Berliner Halbmarathon – Ostern – Pankower Frühlingslauf

Berliner Halbmarathon

Was ist passiert in den letzen paar Wochen?…

Am 1. April bin ich beim Berliner Halbmarathon angetreten. Ich war schon seit einer Ewigkeit gemeldet, und bin dann gestartet, trotz dessen dass ich im gesamten Jahr bisher keinen Lauf über 18km hatte, die Umfänge marginal sind und das Tempo mehr als mäßig. Ich belasse es hier beim Stichwort Knie, und sage es wird besser, aber eben seeeehr langsam. Mein Vater ist auch aus Polen angereist, da er mich überzeugt hat ihm einen Startplatz zu spendieren. Auch bei Ihm Vorbereitung, Fehlanzeige.

Am Abend davor das übliche, Vater Sohn Abend vorm TV = Bierchen, PromiBoxen auf Pro7 und dann noch echtes Boxen im Ersten. Ups! Sind wir dann doch erst um 1 Uhr im Bett gewesen?

Schatten der Vergangenheit

Trotz Startblock A auf der Nummer habe ich mich eher hinten beim B einsortiert, als Muss habe ich mir ja auch nur eine 1:45h vorgenommen. Trotz fast Zig Tausender Starter habe ich fast alle Läuferfreunde getroffen, die ich so kenne. Und darüber hinaus auch Thomas Lange mit dem ich als Jugendlicher beim TSV Wittenau LA trainiert habe. Der sagte mir das Erik Jahn (damals ebenfalls TSV Wittenau)  und Marco Ast (war das damals VFL Tegel?) auch heute laufen. Das war schön zu hören dass alte Trainingskumpanen aus der Jugend zum Sport zurückgefunden haben.

Ein bisschen aufdrehen

Bin langsam angegangen und habe mich mit an dem Tag einem lockeren Trainingsläufchen angefreundet, als mich bei km 9 Anna Langhinrichs überholt:“Hi Milosz, wolltest Du nicht langsamer laufen?“ Sie ist heute auf eine 1:36 aus. Follower werden das von mir kennen. Bei sowas werden meine Beine schneller. Und so habe ich Anna angeboten für sie zu pacen. Wir sind dann auch bis km16 in einer ~4:30 Pace gelaufen, auch wenn Anna der Meinung war, ich bin zu schnell? Aber mein Garmin war an dem Tag wohl besser geeicht ;-) Trotz zwei Voltaren schickte das Knie Warnsignale bei km 16, und da ich ja eigentlich locker laufen wollte und zwischendurch schon zwei KM an der anaeroben Schwelle gelaufen war, (mein neuer Garmin hat da gleich mal vibriert) habe ich Anna auf den Weg geschickt und für mich Tempo rausgenommen. Bin dann mehr oder weniger gemütlich weitergelaufen. Das schnellere Tempo als Pacemaker hat dann auf den letzten beiden km seinen Tribut gefordert. Die Beine haben da gemeldet: „Ey Alter! So viel sind wir in diesem Jahr noch nie gelaufen, mach mal langsam Schluss hier!“. Solange ich nicht über eine 5er Pace gefallen bin, war ich da auch verständnisvoll. Ein kleiner Schlusssprint war zum Schluss auch noch drin, und ich fühlte mich nach dem Lauf sehr lockerdrauf. 1:38:37 ist es dann zum Schluss geworden. Und ich hab den Lauf dann als ein härteres Training verbucht.


Fotos vom Lauf bei Marathonfoto

Im Anschluss im Zielbereich noch mehr bekannte Gesichter Leute und dann ab nach Hause packen gefahren. Ich wollte ja über Ostern bei meinen Eltern sein.

Wenn Du fit sein willst mit 60, musst Du mit 40 wieder Sportler werden

Mein Alter Herr hat übrigens in 2:05:39 gefinisht, was für AK60 mit 10kg Übergewicht und nicht viel Training schon eine tolle Leistung ist, aber auf der anderen Seite sieht man auch, dass wenn man in seinem Leben mehrere Marathons gelaufen ist, eine Grundkondition erhalten bleibt.

Osterurlaub

Zu Ostern bin ich ja fast immer bei meinen Eltern im Riesengebirge. Und meistens nutze ich die Zeit um auf dem hügeligen Gelände meiner Form einen ersten Kick zu geben. Die hügelige Landschaft ist sehr schön um Kraft in die Beine zu legen, und einen Sportplatz gibt es auch, so dass ich auch was fürs Tempo tun kann. Es gibt zwei Schwimmbäder mit SPA, Massage Saunagarten etc, so dass ich auch ein bisschen an meiner Schwimmtechnik arbeiten wollte. Hach! Wie wär das schön gewesen teilweise auf zwei Trainingseinheiten am Tag auszuweiten. Rennrad habe ich zwar aus Platzgründen nicht mitgenommen, da ich ja mit Zug zurückfahren wollte und mit Zwei Koffern für 10 Tage war ich schon ausgelastet. Außerdem sollte ja Laufen im Vordergrund stehen.

Aber Pustekuchen!

Am Tag 1 locker schwimmen und zwei Tage nach dem HM stand ein leichter Regenrationslauf an. Aber mein Knie sagte zu der leichtesten Steigung und erst Recht zu jedem Abstieg: NEIN! Ich konnte nicht mal die geplanten 11km durchlaufen und brach nach 9km ab. Laufen war ein NoGo auf den Hügeln. Meine Stimmung war ganz tief. Jetzt blieb nur noch schwimmen und der alte Heimtrainer, den ich meiner Mutter mal geschenkt hab. In der Konsequenz aber hieß das, nix mit Trainingslager und nix mit Formgrundlagen bauen. Als die Stimmung zu kippen drohte, habe ich meine Koffer gepackt und bin zurück nach Hause gefahren. Habe in Berlin das Training dann halbwegs wieder eingepegelt und habe dann heute mit recht wenig Vorfreude am

Pankower Frühlingslauf

teilgenommen. Trotz wunderschönem Wetter und dass es eigentlich meine Hausstrecke ist, fühlte ich mich schlapp und müde. Lauffreundin Nadine hat den Lauf heute wegen Krankheit geschwänzt, Oli Spohn war im Urlaub. Gerald, mein direkter Konkurrent beim Berlin Cup, ist aber erschienen. Als Begleitung hatte ich meine Ex Gattin und meinen Sohn überreden können. Ist ja nur um die Ecke der Lauf.


Start! Ich denke mir naja, trotz nicht allzu überragendem Training waren alle Läufer bisher ein wenig schneller als im letzten Jahr, vielleicht klappt‘s ja heute auch. Letztes Jahr bin ich eine 55:19h gelaufen. Also rund eine 4:30 Pace habe ich mir für heute vorgenommen. Aber was soll man sagen, dieser Anspruch war zu hoch. Ich bin die 5 Runden die jeweils einen kleinen netten Anstieg haben, leider zu schnell angegangen. In der Folge bin ich beim zweiten Anstieg total eingebrochen und bin ihn fast hochgegangen. Beim dritten ging‘s genauso, und erst beim vierten und fünften habe ich mich langsam wieder erholt gehabt. Eindeutiger dass mir Kraft in den Beinen fehlt und ich keine Tempo- (Laktat) Toleranz habe geht es wohl nicht. So habe ich den Lauf dann auch mit 1:15 Verspätung im Gegensatz zum letzten Jahr beendet.

Die Ironie an dem Ganzen ist, dass dadurch dass ein paar andere Top Läufer heute nicht angetreten sind, sind Gerald und ich beim Berliner LäuferCup zur Zeit auf Platz Eins und Zwei der Zwischenwertung in der AK gelandet sind. Das war ein schönes Gefühl sich da zu sehen. Leider wird es total unmöglich sein diesen Platz zu halten. Der nächste Lauf ist ja schon nächste Woche …